Auf dieser Seite möchte ich euch Tipps und Tricks beim Weben mit Perlen beschreiben.
Klickt die oben stehenden Begriffe an und ihr kommt zu den entsprechenden Abschnitten.

Der Faden

Im Gegensatz zum Kettfaden sollte die Farbe des Schussfadens den Perlen entsprechend ausgewählt sein.
Abhängig davon, ob transparente oder opake Perlen, helle Farben oder eher dunkle gewählt werden, sollte ein Schussfaden verwendet werden, der die Farbe bei transparenten Perlen nicht oder nur kaum beeinflusst und unauffällig am Rand ist. Bei einigen Projekten kann allerdings eine Beeinflussung durchaus erwünscht sein. Das hängt vom Projekt ab. Daher sollte eine Probe gearbeitet werden, um zu sehen wie der gewählte Arbeitsfaden die Perlenfarbe beeinflusst.
Generell gilt: Hellen Faden ausschliesslich nur für alle hellen und durchsichtigen Perlen benutzen, ansonsten wie die Kettfäden.
Die Kettfäden sollten immer entweder so dunkel wie möglich (z.B. schwarz) oder unauffällig sein, z.B. helles Grau oder Braun.
Vermeide unterschiedliche Qualität von Kett- und Schussfaden! Benutze möglichst das gleiche Produkt mit gleicher Fadenstärke der gleichen Firma.
Empfehlenswert ist zum Beispiel das Quiltgarn von Gütermann, dass es in vielen verschiedenen Farbtönen gibt.
Oder benutze Nymo (= Nylon Monofilament) in der Stärke A (bekommst du bei Margitta).
Oder auch Silamide (ein vorgewachster Faden aus USA) eignet sich gut zum Weben (bekommst du auch bei Margitta).



Die Nadelstärke

richtet sich nach den verwendeten Perlen. Die handelsüblichen Größen liegen zwischen 2,6 und 2 mm. Dafür gibt es spezielle Perlennadeln im Handel (Kurzwaren-Abteilung) oder bei Margitta zu bestellen. Sie hat auch Nadeln, die für ganz winzige Perlen gedacht sind.



Die Glasperlen

Für den Anfänger eignen sich die normalen, überall erhältlichen Glasperlen in der Größe 2,5 mm ganz gut. Es gibt eine enorme Auswahl an Farben. Allerdings sind die Preise ziemlich hoch, wie ich finde. Ausserdem kann man nicht sicher sein, dass die Qualität der Perlen entsprechend hoch ist, denn häufig genug sind Bruchperlen dabei oder die Größe variiert stark, so dass viele Perlen aussortiert werden müssen. Sie würden das Webergebnis sehr stark verändern oder gar zerstören. Ich persönlich empfehle die Perlen von Margitta: sie hat faire Preise und ihre Qualität ist klasse! Schaut einfach mal bei ihr vorbei.

Wer auf absolut gleichmässige Arbeiten wert legt, dem empfehle ich die japanischen Delicas Perlen von Margitta. Diese Perlen sind zylindrisch geformt im quadratischen Profil und haben ein großes Loch, sie lassen daher mehrfaches Durchgehen mit dem Arbeitsfaden ohne Probleme zu.



Was du sonst noch an Materialien brauchst, um erfolgreich mit Perlen zu Weben:

Eine kleine spitze und scharfe Schere, GUTES Licht, einige saubere Deckel von Dosen, in denen du deine verschiedenen Farben sortieren kannst. Es gibt spezielle Perlenbehälter, die allerdings relativ teuer sind. Alternativ eignen sich Aquarell-Mischschalen aus Porzellan. Allerdings besonders toll sind Behälter, die mit Deckel versehen sind, sodass die Perlen nicht durcheinander kommen können, wenn sie gerade nicht verwendet werden.



Aufspannen des Perlen-Webrahmens

Die klassische Methode, die Kettfäden in einer bestimmten Länge abzuschneiden und an einem Ende in zwei Gruppen zu verknoten, birgt einige Risiken. Damit soll ermöglicht werden, ein längeres Stück zu weben als der Webrahmen lang ist. Allerdings ist diese Methode bei den zarten Perlengeweben nicht ratsam. Es ist so auch nicht gewährleistet, dass die Fadenspannung exakt gleich ist.
Für viel längere Projekte sollte daher auch ein entsprechend angepasster Webrahmen benutzt werden. Hier findet ihr zwei Versionen, eine einfache und eine komplexe Variante.

Im Folgenden gehe ich auf grundsätzliche Dinge ein.

Der Anfang des Spannfadens wird an einer Seite festgeknotet (Linkshänder knüpfen den Knoten rechts an, Rechtshänder links) und zwar an einem feststehenden Teil des Webrahmens ausserhalb des Webbereiches. Dabei bitte einen Restfaden von etwa 15 cm hängen lassen. Einige Modelle haben bestimmte Vorrichtungen dafür, für selbstgebaute Modelle kann ein Nagel benutzt werden.
Die Fadenspule wird in einer Hand lose festgehalten, damit ein kontinuierlicher, gleichmässiger Fadenablauf gewährleistet ist.
Der Faden wird in eine Rille eingelegt, der Faden über den Rahmen gespannt und in die entsprechende Rille der anderen Seite gelegt und dort um einen weiteren feststehenden (Holz-) Stöpsel geführt. Den Faden in die nächste Rille legen und wieder zur anderen Seite führen. So fortfahren, bis die gewünschte Kettfadenanzahl (Perlenanzahl in der Breite + 1) erreicht ist. Zum Beispiel brauchst du für ein 9 Perlen breites Band 10 Kettfäden.

Wichtig ist eine gleichmässige Bespannung: Wenn die Fäden klingen wie ein Instrument, sind sie zu stramm gezogen. Wenn sie labberig sind wie gekochte Spaghetti, sind sie zu lose. Bevor du also das Fadenende verknotest (wieder ausserhalb des Webbereiches), solltest du die Fadenspannung anpassen. Dabei prüfst du die Fäden einzeln nacheinander von Anfang bis Ende und lockerst sie oder ziehst sie strammer.

Der Schussfaden hält die Perlen, indem er hin und zurück erst unter und dann über die Kettfäden geführt wird.
Verwirrt? Das genaue Prinzip des Webens wird hier erklärt. (o:=



Anknüpfen eines neuen Fadens

Wenn der alte Faden zu kurz ist zum weiteren Weben, lass ihn erstmal an einer Seite hängen und fädele einen neuen Faden in die Nadel ein, mit dem Du durch die Perlen der vorletzten Reihe gehst und zwar so, dass du den Webvorgang normal weitermachen kannst. Danach webst du mindestens 3 Reihen mit dem neuen Faden weiter. Erst dann solltest du den alten Faden in die neuen Reihen einziehen (mindestens eine). Je schmaler das Band ist, desto mehr Reihen sollte der alte Faden gezogen werden.
Manche Bücher empfehlen einen Weberknoten direkt am Rand zu knoten. Ich rate davon ab, da er später zu sehen ist. Es sei denn der Rand soll mit einem zusätzlichen Perlenrand verziert werden.



Abschlussarbeiten

Ist die Perlenarbeit fertig gewebt wird die Arbeit vorsichtig vom Webrahmen genommen, dabei den Stöpsel herausziehen und eventuell den Knoten des ersten Kettfaden abschneiden.
Jetzt geht es daran, die Kettfäden zu verwahren. Dafür gibt es verschiedene Methoden.
Wenn du es geschafft hast, die Kettfäden keinmal zu durchstechen, dann kannst du vorsichtig versuchen, die Kettfäden von der Mitte zu den Seiten hin durch die Perlen zu ziehen. Bei dieser Methode brauchst du dann nur noch zwei Fadenenden zu vernähen (siehe oben "Faden neu anknüpfen"). Empfehlenswert ist dabei, die gerade nicht benutzte Seite mit Klebeband auf den Tisch zu kleben , damit sich die Fäden nicht verheddern und du nicht aus Versehen daran ziehst.
Allerdings eignet sich diese Methode nur für Arbeiten, die nicht länger als 15-20 cm lang sind, sonst wirst du verrückt. (o:=

Wenn du die klassische Methode des Aufspannen des Webrahmens gewählt hast oder du versehentlich durch die Kettfäden gestochen hast, dann können die Kettfäden natürlich nicht durchgezogen werden, das Gewebe würde auseinanderfallen oder kaputtgehen.
Dann musst du die einzelnen Kettfäden vernähen oder sie zu Fransen verarbeiten oder (je nach Projekt) zu Bändern flechten.
Beim Versäubern der Kettfäden sollte darauf geachtet werden, nicht zuviele Fädenenden auf der gleichen Stelle zu verknoten und zu vernähen. Don Pierce, einer der berühmtesten Perlenweber in den USA, empfiehlt deshalb bei breiten Arbeitsstücken die Kettfäden in einer Art Muster zu vernähen:
Nehme beispielsweise jeden 5 Kettfaden und gehe zwischen (!) den Perlen bis zur 7. Reihe hoch und dann verknote ihn dort und dann durch die Perlen vernähen. Dann jeden 4. Kettfaden bis zur 6. Reihe zwischen den Perlen hochweben und so weiter. Dabei soll vermieden werden, dass zuviele Kettfäden durch eine Perlenreihe vernäht werden.

So, nun aber genug mit der Theorie. Stürzt euch auf euren Webrahmen und die Perlen und legt los!
Wer noch nicht so richtig weiss, was gewebt werden soll, kann sich in unserem Muster-Archiv umgucken. Dort gibt es auch Musterpapier zum Selbstentwerfen.



Viel Spass beim Weben!
Wir freuen uns, wenn ihr uns Scans von euren Werken schickt. Wir können sie in der Galerie mit aufnehmen.